
Datum
Zu Ostara feiern wir ein meteorologisches Ereignis, nämlich die Tag-und-Nacht-Gleiche und den Frühlingsanfang, was es zu einem Sonnenfest macht. Diese Feste haben ein fixes Datum, bzw. ein Datum, welches sich nur um sehr wenige Tage verschiebt. So fällt Ostara zwischen den 20. und den 23. März.

Bedeutung
Dieses Sonnenfest hat seinen Ursprung bei den alten Germanen. An Ostara sind Tag und Nacht wieder genau gleich lang. Von hier an werden die Tage wieder länger, die Nächte kürzer. Das Licht besiegt nun endgültig die Dunkelheit und hilft der Erde überall neues Leben zu gebären.
Ostara ist das Frühlingsfest der Fruchtbarkeit und der Wiedergeburt.
Der Sonnengott ist zum jungen Mann herangewachsen und trifft nun das erste mal auf die junge Göttin. Sie flirten mit einander und vereinigen sich. Bis zu ihrer Hochzeit zu Beltane verbringen sie eine Zeit voller Leichtigkeit der Jugend.
Zum Namen gibt es keine sichere Überlieferung, er könnte aus den Wortsilben „Os“ Erde-Geburt-Entstehung, und „tar“ Zeugung entstanden sein, was dann so viel wie „Erdzeugung“ bedeutet, also die fruchtbare Erde.
Ostara / Eostre soll der Name der germanischen Frühlingsgöttin gewesen sein. Hier zu gibt es jedoch keine bestätigten Quellen.
Die Wortbedeutung, abgeleitet aus dem Indo-Europäischen, ist „der Schein“, „der Glanz“, „die Strahlende“.
Ein weiterer Name des Festes stammt aus dem walisischen für „Licht der Erde“ und wurde von Edward Williams im 19. Jahrhundert geprägt. Er lautet Alban Eiler / Eilir.

Die Göttin Eostre
Eostre oder Ostara soll in der germanischen Mythologie die Göttin des Frühlings und der Morgenröte gewesen sein. Sie steht für den Beginn des Frühlings, Wiedergeburt und Erneuerung.
Ihre Symbole sind der Hase, der Marienkäfer und die Birke.

Ostara bei den Germanen
Die Germanen sollen der Göttin Ostara als Opfer Brot und Eier dargebracht haben.
Sie feierten zur Zeit der Tagundnachtgleiche ein Fest, bei dem ein großes Festmahl abgehalten wurde. Mit diesem Fest baten sie die Götter um ihren Erntesegen.
Auch wurden junge Männer zu dieser Zeit in den Kreis der Krieger aufgenommen.

Bräuche
* Früher zündete man Segensfeuer für Felder, sogenannte Feldweihen, die sich zum heutigen Osterfeuer entwickelt haben.
* Ebenfalls um ein fruchtbares Jahr zu erbitten und zur Feier des Lichtes über den Winter rollte man Brennende Räder oder Baumscheiben den Hügel hinunter. Das Flammenrad symbolisiert dabei die Sonne.
* Heute noch typische Bräuche sind das Bemalen und Verstecken von Eiern. Das Ei ist dabei das Symbol der Fruchtbarkeit. Früher wurden die Eier wohl vor allem rot angemalt. Rot als Farbe der Lebensfreude und der Fruchtbarkeit. Mädchen, die zu Ostara ihre erste Regelblutung bekamen wurden besonders verehrt.
* Es gibt außerdem den Brauch, Quellwasser am Ostermorgen zu schöpfen und schweigend nach Hause zu bringen. Traditionell wird es von jungen Mädchen, welche der Göttin in diesem Abschnitt des Jahresrades am ähnlichsten sind, in Haus geholt. Es ist die Idee des Weihwassers, das als Schutzsymbol in alten katholischen Haushalten aufbewahrt wird.
* Eine wichtige Tradition ist auch das Festessen zu Ostara. Eier gab es damals nicht das ganze Jahr über. Nach einer langen Winterzeit beginnen die Hühner jetzt wieder Eier zu legen; die ersten Hasen und Lämmer werden geboren. Alles drei sind wichtige Nahrungsquellen gewesen, die nun wieder frisch zur Verfügung stehen. Man musste nun, nach einer langen Fastenzeit (daher kommt auch die 40 Tägige Fastenzeit vor Ostern) nicht mehr auf seine Lebensmittelreserven zurück greifen. Das wurde mit den frischen Lebensmitteln ausgiebig gefeiert.
* Von meiner Mutter kenne ich den Brauch, die ersten Äste des blühenden Weidenkätzchens und der Forsythie zu schneiden und als Strauß für Ostern mit bunten Ostereiern zu schmücken und aufzustellen.

Farben
Typische Farben sind gelb für die stärker werdende Sonne,
helles grün, für die ersten Knospen und Sprosse,
rot, welches für das lebensspendende Blut der Ostara seht und alle anderen bunten Farben, die das Leben jetzt schon zeigt.
(Krokusse sind lila, Schneeglöckchen weiß, Narzissen gelb, Primeln gibt es in vielen Farben etc.)

Rituelle Speisen
Sehr bekannt sind das Osterlamm und Eier. Als vegane Variante eingelegter Tofu.
Aber auch Salate mit den ersten saisonalen Kräutern und Brote, Brötchen, Brotkränze mit Saaten. Saisonale Kräuter sind z.B. Bärlauch, Löwenzahn, Labkraut, Sauerampfer, Brennessel.
Auch Süßes wie Kuchen oder süße Brötchen wurden bereitet.

Magisches
An Ostara steht das Wiederaufleben aller Elemente im Mittelpunkt. Die Natur blüht auf, die Tiere werden fruchtbar, die Sonne wird stärker und die Tage wieder länger als die Nächte. Das Sommerhalbjahr beginnt.
Fruchtbarkeit und Erneuerung sind auch im magischen ein Thema. Ostara bietet sich für Fruchtbarkeitsrituale und Rituale für Lebenskraft an. Es ist auch die richtige Zeit um Altes abzuschließen und Neues zu beginnen.
Ritualidee – Wünsche Pflanzen:
Verbinde dich mit der Erde und opfere frisch erblühte Weidenzweige, indem du sie in die angefeuchtete Erde des Ritualplatzes steckst.
Wurzeln die Zweige an, ist dies ein gutes Zeichen.
Ritualidee – Das Wunscheei:
Blase ein Ei aus und male es an. Rot ist eine gute Farbe, denn sie symbolisiert die Lebenskraft und die Fruchtbarkeit der Frau (Mädchen werden erst mit einsetzen der Regel fruchtbar).
Visualisiere nun deinen Wunsch und schreibe ihn auf das Ei.
Nun vergräbst du das Ei und Pflanzt eine (Blumen)Zwiebel darauf. Die wachsende Blume/Pflanze symbolisiert das Wachsen deines Wunsches.

Quellen:
THS Lehrmaterial – Kapitel März , Ostara , Seite 34ff , Stand: 06.03.2020
Bilder:
Krokusse – https://www.svz.de/deutschland-welt/panorama/der-fruehling-ist-da-wie-die-sonne-uns-aufbluehen-laesst-id16392896.html
Eostre – https://mar-sprachschule.de/ostara-godness/
Osterstrauß – https://www.moderne-hausfrau.de/p/osterstrauss-p2735030/
Pentagramm und Lebensbaum: https://www.taste-of-power.de/rituale-fuer-mabon-tagundnachtgleiche/
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