~ Kaitha ~
21.12.2019
Mein Yul 2019 begann schon am Morgen des 21.12. Dieses Jahr fällt die Sonnenwende auf den 22.12., ein Sonntag. Daher haben wir den Samstag für die Vorbereitungen genutzt.
Nach einem entspannten Frühstück, es war etwa 7 Uhr, haben wir gemütlich auf dem Sofa gesessen und beobachtet, wie es langsam heller wurde. Erst gegen halb zehn konnten wir die Lichter aus machen!
Mir gefällt es sehr, wie ich durch die Jahreskreisfeste die Natur noch viel deutlicher wahrnehmen lerne. Da mir die dunkle Zeit jedoch oft sehr auf die Stimmung schlägt, war die Erkenntnis, dass die Sonne erst gegen 10 Uhr so richtig präsent ist, für mich schwer zu tragen. Auf Arbeit mache ich gewöhnlich schon gegen halb 11 Mittagspause, da ich schon um 6.30 Uhr beginne. Und da ist die Sonne grade mal seit einer Stunde aufgegangen!?
Würden wir mit der Sonne aufstehen, wäre ich da vermutlich grade erst auf der Arbeit angekommen ^^´ Ich arbeite also schon mitten in der Nacht … oO
Wie sehr ich mich auf die Sonnenwende freue! Endlich wendet sich das Blatt und die Tage werden wieder länger! Vielleicht nur 1-2 Minuten am Tag, aber dennoch ein Lichtblick

Unser Tag ging mit einem Putz-Marathon weiter, ganze 4 Stunden wischen und schrubben. Endlich sind wir auch mal zu den Dingen gekommen, die man nicht so häufig macht; den Staubsaugerfilter reinigen, die Waschmaschine säubern, Fenster putzen.
Wir waren danach total kaputt, aber auch stolz und glücklich. Alles Alte, aller Dreck ist nun entfernt, das Neue kann kommen. Und die neue Sonne wird durch unsere blitzteblank geputzten Fenster scheinen

Noch die letzten Vorbereitungen, Keksteig mischen, Yul-Geschenke vorbereiten, alles für das Ritual morgen zusammen suchen, dann kann auch ein fleißiges Bienchen endlich ausruhen und sich auf das Fest der Sonne freuen.

22.12.2019
Den Vormittag verbrachten wir entspannt zu Hause und mit einem Spaziergang an der frischen Luft.
Es war mild, rund 8°C. Viel zu warm für Winter, selbst für Winteranfang.
Wir beobachteten ein paar Eichhörnchen, die an einem Baum Fangen spielten und freuten uns über die Immergrünen Pflanzen wie Stechpalme, Kiefer und Lorbeer, die uns Zeigten, dass das Leben nicht ganz in Winterstarre verfallen war.
Wieder zu Hause bereiteten wir alles für unser Fest vor, platzierten unsere Geschenke, reinigten noch mal unseren Ritualplatz physisch (Staubsaugen) und stellten alle Utensilien für das Ritual bereit.
Dabei spürte ich bereits Vorfreude und viel Energie, die durch mich floss. Meine Hände begannen richtig zu kribbeln!

Auf unsere Geschenke freuten wir uns schon seit Tagen!

Ritual Teil I

Unser Yul-Altar 2019.
Gegen 19 Uhr kahmen wir am vorbereiteten Yul-Altar zusammen. Wir dimmten das Licht auf ein Minimum und ich las zur Einstimmung eine kurze Geschichte vor, Gedanken, die mich im letzten Jahr zu Yul begleitet hatten.
Visionen der Lichtgeburt:
„Er ist der Gott des Lebens.
Der Körper eines Hirsches, das Haupt eines Elben. Sein Fell ist grau, die Haare weiß; das Geweih ist kahl. Er trägt die Flamme des Lebens mit seinen Hörnern. Geschrumpft, verblasst, nur noch eine Saat.
Er geht bedächtigen Schrittes. Seine Kraft schwindet.
Er erreicht den Baum des Lebens. Die Göttin der Erde. Sie erscheint ihm in dem Baum.
Er verneigt sich vor ihr. Sie lächelt ihm zu, wohl wissend, welches Opfer er zu bringen hat.
Dann ist es soweit.
Er verbeugt sich tief, geht auf die Knie; neigt sein Haupt bis seine Stirn den Boden berührt.
Die flammende Saat auf seinen Hörnern sinkt hinab zu Boden; wie eine Schneeflocke.
Als sie den Boden berührt schwindet seine Kraft. Die Saat wird von Mutter Erde empfangen und aufgenommen ins Erdreich.
Er hat alles gegeben, was noch in ihm steckte. Auch er geht zu Boden, grau, pfahl.
Das Licht ist vergangen. Für einen Moment ist alles dunkel. Kein Licht.
Ranken ziehen ihn hinab, zurück in den Schoß der Erde. Dann zerfällt er zu Staub.
In diesem Moment beginnt die Saat zu keimen. Eine Welle reinen Lichts durchdringt das Erdreich, füllt alle Tiere und Pflanzen mit neuer Energie. Noch schlafen sie.
Der neue Gott liegt zu Füßen des Lebensbaumes. Unschuldig, rein.
Er wird wachsen und sich mit der Göttin vereinigen.
Das neue Licht ist geboren!
Heute.“
Danach sprach ich:
„Und so wie das Licht sich erneuert wollen auch wir unser Heim Reinigen und alles Alte los lassen, damit wir Platz für Neues schaffen können.“

Rituelle Räucherung:
Nur mir einem Teelicht und dem Räucherstövchen zogen wir nun durch die einzelnen Zimmer der Wohnung. Dabei wedelte ich den Rauch mit einer Feder in alle Ecken. Wir visualisierten, wie sich alles Alte, alle schlechten Energien aus dem Wänden, den Möbeln, der Luft löste und mit dem Rauch im Zimmer waberte. Dabei sprach ich:
„Kehr Ab! Kehr Ab! Aus meinem Haus!
Kehr Ab! Kehr Ab! Ich jag das ganze Böse raus!
Kehr Ab! Kehr Ab! Treppauf, Treppab!
Und alles Böse kehrt sich ab!“
Nachdem wir ein Zimmer geräuchert hatten, öffneten wir das Fenster, damit der Rauch mit allem Alten und Negativen davon ziehen konnte.
Als alle Räume geräuchert waren und alle Fenster geöffnet, löschen wir das letzte Licht und genossen einem Moment die Dunkelheit und Kühle.
Dabei viel uns auf, das es gar nicht wirklich dunkel war, denn von überall schien Licht ins Haus. Die Lichterketten der Nachbarn, das Licht aus den anderen Wohnungen, die Laternen am Straßenrand. Es war weder wirklich dunkel, noch wirklich kalt.
Auch hatten wir mit dem Räucherstövchen keinen richtigen Rauch erzeigen können, so wie letztes Jahr mit der Räucherkohle. Da diese allerdings zum Explodieren neigte und wir unseren neuen Rauchmelder nicht mehr von der Decke nehmen können, haben wir uns für die sanftere Methode entschieden.

Die Reise des Lichtes:
Nachdem nun alles gereinigt war, visualisierten wir, wie die Dunkelheit vorüber ging und entzündeten ein Yul-Licht, eine sehr dünne, goldene Kerze, die für das strahlende, aber noch zarte und zerbrechliche Licht des neuen Jahres stand. Mit ihr liefen wir nun erneut die Wohnung ab, schlossen alle Fenster, hielten die Kälte wieder draußen, und entzündeten an unserem Yul-Licht alle anderen Lichter und Öfen (Herd und Heizung). Nun war es wieder hell, freundlich und warm!
Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich. Wir strotzen vor Energie und Freude.
So aufgeladen gingen wir zum magischen Teil des Abends über.

Ritual Teil II
Bei unserem Ritual hielten wir uns in der Struktur an das Lehrmaterial der THS, gestalteten viele Elemente aber freier, da wir beim letzten Ritual gemerkt haben, dass das besser zu uns passt.
Schutzkreis ziehen
Wir zogen den Schutzkreis, indem wir, ich mit meinem Athame, mein Mann, mit seinem Finger, den Kreis im Uhrzeigersinn abgingen. Dabei stellte ich mir vor, wie ich mit dem Athame einen Kreis zwischen die Welten schneide. Dabei sprach ich, was mir in den Sinn kam. In etwa:
„Ich ziehe einen magischen Kreis und schneide uns einen heiligen Ort zwischen die Welten.
Hier ist mein Wirken geschützt, denn er hält alles draußen, was mir nicht wohl gesonnen ist. Nur freundliche Wesen und Energien sind eingeladen, an unserem Ritual teilzunehmen.
Und so entzünden wir die Kerzen, auf dass das reinigende Feuer alles Negative draußen hält und uns schützt.
So ei es!“
Dabei entzündete mein Mann in der dritten Umrundung die Teelichter.

Elemente anrufen
Nun riefen wir wieder abwechselnd die Elemente in unseren Kreis. Auch dabei sagten wir, was uns in den Sinn kam und hielten uns an keine vorgefertigte Anrufung.
So rief ich das Element Erde in etwa so an:
„Erde – Element des Schutzes und der Bodenständigkeit!
Wir bitten dich in unseren Kreis.
So wie du den Boden für das neue Leben bereitet, bitten wir dich auch uns Standfestigkeit und Stabilität zu verleihen, auf dass wir unsere Wünsche und Ziele erreichen können!
Sei willkommen.“
Wir spürten einen Augenblick nach und ließen die Energien der Elemente auf uns wirken.
Wir fühlten uns wohl und sicher, in unserer Mitte und voller Energie.

Kerzenzauber – Wünsche fürs neue Jahr
Nun führten wir den Kerzenzauber aus dem THS Material durch.
Dabei kombinierten wir den Wunschzettel mit der Kerze wie folgt:
Auf unserem Altar standen zwei lila Kerzen (wir haben keine gelben mehr bekommen) und eine gelbe Kerze im Dreieck aufgebaut.
Darin ein (leider nur aufgemaltes) Pentagramm und an dessen Spitzen die 5 Elemente. In der Mitte stand der Kessel, der unsere Wünsche aufnehmen und sie transformieren sollte. Daneben zwei Edelsteine, Gelber Calcit (Selbstvertrauen) und Roter Aventurin (Erfolg), die für das Licht standen und deren Eigenschaften, wie das Licht auch, im kommenden Jahr wachsen sollten.
Wir entzündeten die drei Kerzen. Die erste lila Kerze, als Symbol, für alles Wissen und Können, das wir bereits besitzen. Die zweite, für alles Wissen und alle Fähigkeiten, die wir uns im Laufe des Jahres noch aneignen werden. Und die gelbe Kerze als Symbol des Lichtes, welches Wachstum bringt und Energie.
Nun ließen wir erst noch da Jahr Revue passieren.
Was war gut, was nicht so sehr? Was haben wir geschafft und woran müssen wir noch arbeiten? Wofür sind wir dankbar?
Diese Fragen stimmten uns darauf ein, nun unsere Wünsche fürs kommende Jahr zu formulieren.
Für jeden von uns lag eine weiße Kerze bereit.
Einen Moment nahmen wir uns Zeit, die weiße Kerze energetisch zu betrachten. Rein, neutral, leer, wie ein unbeschriebenes Blatt Papier. Und eben dieses wollten wir nun mit unseren Energien und Wünschen beschriften.
Dazu salbten wir die Kerze wie im Lehrmaterial beschrieben. Ich verwendete Lavendelöl, mein Mann Zitrone. Als die fertig gesalbte Kerze im Kerzenständer stand und duftete visualisierten wir, wie die Energien der Elemente, die wir in den Kreis geladen hatten, und der im Dreieck stehenden Kerzen auf unsere weißen Kerzen überging uns sie stärkten.
Dabei entstand vor meinem geistigen Auge ein Bild aus lila und gelb wabernden Nebel, der von der weißen Kerze aufgesaugt wurde und dann in ihr, wie in einer Vulkanlampe, waberte. Nun entzündeten wir die weißen Kerzen.
Auf ein weißes Blatt Papier schrieben wir nun drei Wünsche auf:
1. Einen Wunsch für uns selbst
2. Einen Wunsch für einen Lieben aus der Familie
3. Einen Wunsch für die ganze Welt.
Wir sprachen:
„Diese Kerze steht für die Wünsche, die wie das neue Jahr wachsen und Früchte tragen sollen! So sei es“
Meine Wünsche notierte ich mir in meinem Arbeitsbuch:
1. Ich werde alles schaffen, was ich mir vornehme.
2. Mein bester Freund soll sein Glück finden, wie auch immer dies aussehen mag.
(Ein Traum von ihm ist ein Job in Dänemark zu finden, was für mich ganz schwer wäre, da wir uns dann kaum noch sehen könnten. Aber wenn das das Richtige für ihn ist und ihn glücklich macht, wünsche ich es mir für ihn.)
3. Mehr Verständnis und Hilfsbereitschaft schon in kleinen Dingen, damit daraus etwas Großes entstehen kann.
Das Papier entzündeten wir an der weißen Kerze und ließen es im Kessel abbrennen. Dabei visualisierten wir, wie die Wünsche mit dem Rauch aufsteigen und sich mit all den Energien hier im Kreis verbanden.
Einige Momente spürten wir noch nach.
Ich spürte, Glück, Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, Ruhe. Ich hatte das Gefühl in meiner Mitte angekommen zu sein und mich genau da zu befinden, wo ich in dem Moment sein sollte.
Ein schönes Gefühl.

Auflösen
Nun bedankten wir uns bei den Elementen und entließen sie aus unserem Kreis, wieder mit spontanen Worten und einer großen Portion Dankbarkeit im Herzen.
Den Kreis lösten wir auf, indem wir ihn drei Mal den gegen Uhrzeigersinn abgingen. Dabei fielen mir Worte in den Mund wie:
„Wir lösen und den Kreis wieder auf und entlassen alle Energien ins Universum, auf, dass sie unsere Wünsche mit sich tragen und diese wirken. In unserem Kreis ist nichts Böses geschehen und nur Gutes senden wir hinaus.
Dies ist unser Wille und so sei es! „
Und wieder haben wir zum Abschluss „Unser Kreis der sei offen“ gesungen.
Unser Kreis der sei offen aber ungebrochen.
Lass die Liebe der Erde, in unserm Herzen sein.
Fröhlich kommt und fröhlich geht,
freut euch aufs Wiedersehn.
May the circle be open but unbroken.
May the peac of the goddes be forever in my heart.
Mery meet and mery apart,
and mery meet again.
Dabei löschte mein Mann in der letzten Umrundung die Teelichter.

Das Festmahl
Nun war es Zeit für den leckeren Teil des Abends und die Geschenke!
* Vorspeise:
Brie mir Beerenkompott
* Hauptgang:
Hirschbraten, Semmelknödel, Rotkohl, Buttergemüse und Apfel-Selleriepüre (welcher unglaublich lecker war!)
* Nachtisch:
Selbst gebackene Kekse
Was für ein wundervolles Fest!
Euch allen fröhliche Yul / frohe Weihnachten!
Quellen:
Pentagramm – https://www.taste-of-power.de/rituale-fuer-mabon-tagundnachtgleiche/
Yule Blessings – https://ueat.utoronto.ca/12-days-of-celebrations-yule/
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