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⚝ Litha ⚝


Datum
Zu Litha findet die Sommersonnenwende statt. Dieses astronomische Ereignis fällt ca. auf den 21. Juni und ist damit ein Sonnenfest.
Zu diesem Tag steht die Sonne am höchsten, es ist der längste Tag des Jahres und die kürzeste Nacht.
Litha steht Yul, der Wintersonnenwende, gegenüber.
Litha ist eines der wenigen Feste, die mitten am Tage, am besten um die Mittagszeit, begangen werden. Dies entspricht symbolisch dem Zeitpunkt des Sonnenlauf des Jahres.

Bedeutung
Litha wird auch als Alban Hefin, Alban Eruin, Sommersonnenwende, Mittsommer oder Mittsommernacht bezeichnet.
Die Mittsommernacht ist die Nacht der Rosen, der Liebe und der Wünsche.
Die Sonne hat heute ihre größte Kraft und bereitet sich nun auf seinen Niedergang vor; von nun an werden die Tage wieder kürzer. Dennoch beginnt hier der Sommer erst so richtig.
Die Natur steht in voller Kraft, überall blüht es und die Göttin Litha segnet das Ganze mit der erotischen Kraft ihrer Liebe. Es ist der Höhepunkt des Sonnenjahres.
Der Begriff Litha ist die keltische Bezeichnung für die Mittsommernacht und bedeutet so viel wie „Licht“.

Sonnenwende
Nun die Sonne soll vollenden
Ihre längste, schönste Bahn,
Wie sie zögert, sich zu wenden
Nach dem stillen Ocean!
Ihrer Göttin Jugendneige
Fühlt die ahnende Natur,
Und mir dünkt, behutsam schweige
Rings die abendliche Flur.

Nur die Wachtel, die sonst immer
Frühe schmälend weckt den Tag,
Schlägt dem überwachten Schimmer
Jetzt noch einen Weckeschlag;
Und die Lerche steigt im Singen
Hochauf aus dem duft`gen Thal,
Einen Blick noch zu erschwingen
In den schon versunknen Strahl.
Autor: Ludwig Uhland; Titel: Sonnenwende (1834); Uhland Rubrik: Lieder→ Alle Uhland Gedichte

Magisches und Bedeutung in der Natur
Die Sonne hat ihren höchsten Stand erreicht, es herrscht Licht und damit Leben im Überfluss. Der Sonnengott ist ebenfalls auf der Höhe seiner Kraft und triumphiert über die Dunkelheit. Gleichzeitig bereiten sich die Sonne und Natur schon jetzt wieder auf den Abstieg vor. Obwohl jetzt erst der Sommer beginnt, werden die Tage von nun an wieder kürzer.
Seit Beltane dominiert das Gefühl unbekümmerter Lebensfreude, Selbstwahrnehmung, Liebe und Sex. Das Erfüllen eigener Bedürfnisse stand im Vordergrund. Die Fröhlichkeit des Beltanefestes ist keineswegs vergangen, jedoch ist die Zeit der Unbekümmertheit vorbei. Nun, da draußen in der Natur die ersten Früchte beginnen zu reifen, gehen die Menschen in die Gedankenebene der Vorsorge und des Erntens über. Im Gegensatz zur Wintersonnenwende, bei der es in erster Linie um Wiedergeburt, Tod und Hoffnung geht, handelt die Sommersonnenwende von Kraft & Reichtum. Wir gedenken der in ihrem Zenit stehenden Sonne, im vollen Bewusstsein, dass von nun an die Dunkelheit immer mehr zunehmen wird. Litha ist für uns ein Fest des Dankes, des Dankes für die Gaben der Natur, welche in Kürze reif werden. Es wird sowohl das maskuline Prinzip (Kraft der Sonne) als auch das feminine Prinzip (Erdenergien) gefeiert.
Für die Germanen hatte Litha wohl eine große Bedeutung, welches mit einem ausgelassenen Fest und rituellen Betrinkens begangen wurde.

Mittsommer und der Johannistag
In der spätkeltischen Zeit wandelten die Kirchen des Jahresfest in den Johannistag,auch Johanni genannt, um.
An diesem Tag gedenken die Menschen Johannis dem Täufer, welcher am 24. Juni geboren wurde.
Ähnlich wie an Weihnachten, am 24.12., feier die Christen genau sechs Monate später einen weiteren Geburtstag; dem von Johannis dem Täufer.
Johannis war ein Bußprediger und gilt als der letzte Prophet vor Jesus Christus.
Nach der Christianisierung versuchte die Kirche, die heidnische Sonnenwend-Tradition abzuschaffen. Da alle Versuche scheiterten, legte die Kirche schließlich im 5. Jahrhundert den Gedenktag für Johannes den Täufer auf den 24. Juni und übernahm zahlreiche Bräuche.

Der Johannistag am 24. Juni gilt in der Landwirtschaft, ebenso wie der Siebenschläfer oder die Eisheiligen, als ein sogenannter „Lostag“. Das Wetter an diesen Tagen gibt traditionell Aufschluss über den Witterungsverlauf für die kommende Erntezeit.
Einige um den 24. Juni herum blühende oder reifende Pflanzen wie das Johanniskraut und die Johannisbeere wurden nach diesem Tag benannt. In der naturnahen Landwirtschaft gilt der Johannistag als spätester Termin für die Heuernte. Diesen Tag nennt man heute auch Spagelsilvester, da am Johannistag die Spagelernte traditionell endet.

Bräuche
Alte Bräuche:
* Um die Sonne und ihre lebensspendende Kraft zu ehren entzündete man große Sonnenwend-Feuer und feierte Feste.
* Die Asche wurde später auf die Felder gestreut, um eine reiche Ernte zu erhalten.
* Außerdem wurde an diesem Tag Johanniskraut gesammelt, welche zur Sonnenwende die höchste Heilkraft haben soll.
* Liebepaare springen Hand in Hand über Feuer und werfen Blumen hinein
* Unbrauchbares und Altes wird dem Feuer übergeben
* Die ewige Drehung des Jahresrades wird durch kreisende Fackeln und brennende Sonnenräder symbolisiert, die die Hänge hinab gerollt werden.
* Binden eines Rosenkranzes / Blumenkranzes. Mit jeder Blume wird ein Wunsch hinein gebunden. Der Fertige Kranz wird bis Samhain (Tod des Sonnengottes) aufbewahrt oder direkt einem fließenden Gewässer übergeben, damit die Nymphen die Wünsche weitertragen.
* Ernten magischer Kräuter / Binden von Kräuterbündeln mit 7 oder 9 Kräutern.

Aber auch neuzeitlich kann gefeiert werden:
* Grillfeier mit Freunden und Familie, wenn du Glück hast kommen zur Mitte der Nacht Feen um mitzufeiern
* Besuch im Freibad um sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen
* Den Sonnenuntergang in der Natur genießen
* Kommunikation mit den Natugeistern; hinterlasse ihnen was glitzerndes oder Süßes auf der Fensterbank
* Ernten magischer Kräuter

Auch heute noch erfreuen sich  Somerwendfeuer großer Beleibtheit.

Farben
Zu Litha feiern wir die Sonne, daher sind sonnige Farben wie GelbRot und Orange passend.
Aber auch die Natur und ihre Gaben werden gefeiert, so dass alle Natur Farben, wie Grün und Braun, aber auch die bunten Farben der Blumen geeignet sind für Rituale.

Rituelle Speisen
Zu Litha gehören alle Speisen, die uns die Natur jetzt anbietet. Früchte und Früchte-Salate oder -Kuchen, Fleisch, Gemüse aller Art, Wein, Met, Salate, Honig, Milch und Brot.
zu Litha herrscht Überfluss und so gehört ein üppiges Mahl zum Fest dazu.
In Schweden gehört das Trio Eingelegter Hering, neue Kartoffeln und Erdbeeren, traditionell zum Sonnenwendfest dazu.

Quellen:
THS Lehrmaterial, 1. Lehrjahr – Juni, Kapitel Litha, Stand 02.06.2020
https://visitsweden.de/aktivitaten/kultur-geschichte-und-kunst/schwedische-traditionen/mittsommer-in-schweden-ein-fest-wie-aus-einer-anderen-welt/
https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Wann-ist-der-Johannistag-2020-Bauernregeln-Bedeutung-und-Braeuche-id41807106.html
https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/nutzgaerten/johannistag-24-juni-entstehung-und-bedeutung-2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Johannistag

Bilder:
Titelbild: https://www.sagegoddess.com/holidays/litha-summer-solstice/
Sommerwendfeuer: https://www.muenchen.de/veranstaltungen/event/sonnwendfeuer.html
Pentagramm und Lebensbaum: https://www.taste-of-power.de/rituale-fuer-mabon-tagundnachtgleiche/

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